Erleichterte Wiedereinbürgerung für ehemalige Deutsche, die ihre Staatsangehörigkeit innerhalb der letzten 12 Jahre durch Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit verloren haben

Daumen hoch Bild vergrößern (© colourbox) Die Wiedereinbürgerung ehemaliger Deutscher ist nach § 13 Staatsangehörigkeitsgesetz grundsätzlich möglich, auch wenn sich der Wohnsitz der betroffenen Person im Ausland befindet. Allerdings bestehen für sie besonders hohe Anforderungen und es muss geprüft werden, ob die Einbürgerung für Deutschland vorteilhaft ist.

Antragsverfahren

Für ehemalige Deutsche, die vor weniger als 12 Jahren eine ausländische Staatsangehörigkeit auf Antrag erworben und damit ihre deutsche verloren haben, ist die Wiedereinbürgerung erleichtert. Die Betroffenen können einen Antrag auf Wiedereinbürgerung stellen. Der Antrag muss zusammen mit den folgenden Unterlagen zweifach (im Original und in einfacher Kopie) eingereicht werden:

1

Original des Formantrags – vollständig ausgefüllt und unterschrieben

2

beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde

3

ggf. Nachweis zur Namensführung, insbesondere begl. Kopie der Heiratsurkunde

4

beglaubigte Kopien der Zeugnisse zum schulischen und beruflichen Werdegang

5

handschriftlich und in deutscher Sprache verfasster Lebenslauf

6

aktuelles Führungszeugnis des Aufenthaltsstaates

7

Kopien der wesentlichen Seiten des Reisepasses

8

ggf. Nachweis zum früheren Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit

9

Nachweis zu den Einkommens- und Vermögensverhältnissen

10

Nachweise zu Bindungen an Deutschland zum Zeitpunkt der Annahme der fremden Staatsangehörigkeit

11

Ausführungen zu den Nachteilen, die durch Annahme der fremden Staatsangehörigkeit abgewandt werden sollten

Der Antrag auf Wiedereinbürgerung muss spätestens 12 Jahre nach dem Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit gestellt werden. Maßgeblich ist hierfür der Eingang beim Bundesverwaltungsamt. 

Ein Rechtsanspruch auf Wiedereinbürgerung besteht nicht.

Bitte richten Sie weitere Anfragen direkt an das Bundesverwaltungsamt in Köln als zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde:

Bundesverwaltungsamt

Email

staatsangehoerigkeit(at)bva.bund.de

Telefon

+ 49 (0)228 - 99-358-4485 oder (0)221 - 758-4485

Wiedereinbürgerung und kanadische Staatsangehörigkeit

Da nach dem deutschen Staatsangehörigkeitsrecht eine doppelte Staatsangehörigkeit zu vermeiden ist, müssen Einbürgerungsbewerber damit rechnen, dass sie ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben müssen. Gegebenfalls sollten Sie die Gründe, die in Ihrem Fall dagegen sprechen, im Antrag detailliert benennen. Erfahrungsgemäß müssen Sie eine individuelle Situation nachweisen, die für Sie den Besitz der Staatsangehörigkeiten erforderlich machte. Umstände, die pauschal auf den Großteil aller Deutschen in Kanada zutreffen (z. B. fehlendes Wahlrecht, Grenzübergang zu den USA ist schwieriger usw.) reichen in der Regel nicht aus, um einen Antrag erfolgreich zu begründen.

Weiterführende Informationen, Merkblätter und Antragsformulare finden Sie am rechten Rand dieser Seite sowie auf der Webseite des Bundesverwaltungsamtes.

Besondere Aufenthaltsregelung für ehemalige Deutsche 

erleichterte Einreise (© colourbox)

Bitte beachten Sie, dass Sie nach § 41 Aufenthaltsverordnung als kanadischer Staatsangehöriger die Vergünstigung genießen, auch für einen Aufenthalt, der kein Kurzaufenthalt ist, visumsfrei in das Bundesgebiet einreisen und sich dort aufhalten zu können. Ein erforderlicher Aufenthaltstitel kann im Bundesgebiet nach der Einreise bei der zuständigen Ausländerbehörde am Ort des neuen Wohnsitzes eingeholt werden.

Nach den neuen Bestimmungen des § 38 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) kann Ihnen als ehemaligem deutschen Staatsangehörigen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, sofern Sie über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen.

Eine vorherige Kontaktaufnahme mit der zuständigen Ausländerbehörde wird dringend empfohlen.

WE ehem. Deutscher (Verlust d. Staatsangeh. in den letzten 12 Jahren)

Beibehaltungsgenehmigung

Sie möchten die kanadische Staatsangehörigkeit erwerben ohne die deutsche dadurch zu verlieren? Dies ist in Ausnahmefällen möglich, wenn Sie im Besitz einer Beibehaltungsgenehmigung sind.